SPD-Kreistagsfraktion Warendorf lehnt Fracking als unverantwortbar ab

Umwelt

„Das ist eine gute Entscheidung“ kommentiert Detlef Ommen, umweltpoltischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, den einstimmigen Beschluss des Kreis-Umweltausschusses zum Fracking. Der Fachausschuss hatte auf seiner letzten Sitzung seine Zustimmung zu einer von Exxon-Mobil beantragten Aufsuchungs-Erlaubnis auf dem Gebiet des Kreises Warendorf versagt. Die SPD lehnt aufgrund der unverantwortbar hohen Risiken bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus „unkonventionellen“ Lagerstätten die Erteilung von Aufsuchungserlaubnissen sowie Forschungs-, Probe-und Gewinnungsbohrungen mit Hilfe des Hydraulic Fracturing (Fracking) ab.

Die Folgen dieser Technologie sind nicht kontrollierbar, nicht rückholbar und nicht reparierbar. Den Bundestag als Gesetzgeber fordert die SPD-Kreistagsfraktion daher auf, ein Verbot des Bergbaus mittels der Fracking-Methode im Bundesberggesetz zu verankern.

Im Bundesberggesetz sind die grundsätzlichen Regelungen betreffend Aufsuchung und Gewinnung von kohlenstoffhaltigen Bodenschätzen einschließlich Öl und Gas geregelt. Es ist daher erforderlich, die von der Aufsuchung und Gewinnung dieser Bodenschätze ausgehenden Gefahren im Bundesberggesetz zu regeln.

Die Methode des Hydraulic Fracturing beruht auf der Bohrung in tiefe Erdschichten und des Aufsprengens und Aufbrechens von Erdschichten. Es können erhebliche nicht kontrollierbare, nicht messbare und bleibende Verunreinigungen von wasserführenden Schichten direkt durch die Bohrung, durch die Einbringung von gefährlichen Stoffen und durch deren Rückfluss aus der Bohrung erfolgen. Pro Frack werden mit hohem Energieaufwand bis zu 5.000 Kubikmeter Wasser und mehr als 200 verschiedene Chemikalien bei über 1.000 bar Druck unter die Erde gepresst. Dies birgt hohe Risiken für Mensch und Umwelt: Grund- und Oberflächengewässer können durch die eingesetzten Chemikalien belastet werden. Durch den Druck wird von Fachleuten ein Zusammenhang zwischen Fracking und seismischen Ereignissen (Beben) für möglich gehalten.

Der Flächenverbrauch ist mit 1,5 bis 2 Hektar pro Bohrplatz, wobei mehrere Bohrplätze pro Quadratkilometer benötigt werden, sehr groß. Hinzu kommen erhebliche Lärmbelastung durch die Bohranlagen sowie die ungeklärte Frage der Entsorgung des kontaminierten Abraums und des Abwassers.

Die Gewinnung unkonventionellen Erdgases durch Fracking ist nicht nur hoch riskant, sondern auch klimapolitisch kontraproduktiv. Zwar sind Erdgas-Kraftwerke in der Energiewende ein wichtiger Baustein. Doch Fracking wirkt kontraproduktiv, wenn es um den raschen Umstieg auf  Erneuerbare Energien geht – wie nicht zuletzt die Entwicklung in den USA zeigt. Das klimaschädliche Verbrennen fossiler Rohstoffe wird durch das Erschließen der unkonventionellen Lagerstätten verlängert und so der Umstieg auf klimafreundliche Energieversorgung verzögert.

Für die SPD-Kreistagsfraktion stellt deshalb Detlef Ommen abschließend fest: „Da Fracking mit unkalkulierbaren Risiken und der Schaffung irreversibler Schäden sowohl des Untergrundes und dortiger Wasservorkommen, als auch des Oberflächenwassers verbunden ist, ganz zu schweigen von anderen Umweltbeeinträchtigungen wie zum Beispiel hoher Flächen- und Wasserverbrauch, ist für die SPD diese Methode unverantwortbar.“

 

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