SPD-Fraktion und Arbeitsagentur:
Müssen im Sinne junger Menschen neue Wege beschreiten
Politik und Arbeitsverwaltung – beides ist in der Bundesrepublik Deutschland eng miteinander verzahnt. So wirken sich politische Entscheidungen häufig nicht unerheblich auf die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit aus. Umgekehrt wird dann der Erfolg politischer Tätigkeit immer auch stets daran gemessen, wie sich die Lage auf dem Ausbildungs- sowie Arbeitsmarkt entwickelt. Eine logische Konsequenz ist es daher, dass im Kreis Warendorf regelmäßig Treffen mit verschiedenen politischen Akteuren stattfinden.
Kürzlich lud Joachim Fahnemann, Geschäftsführer der hiesigen Arbeitsagentur, vor diesem Hintergrund nun Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion in seine Dienststelle ein. Neben der Weitergabe interessanter Informationen fand dabei auch ein offener Meinungsaustausch statt.
„Natürlich interessiert uns zuallererst die Situation der Arbeitslosen im Kreis Warendorf“, führt Reimund Juli, . . .
Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, an.
Und die hat sich entspannt: Die Reduzierung der Arbeitslosigkeit um 23,47 Prozent gegenüber
Juni 2007 hat laut Arbeitsagentur zu größeren Vermittlungschancen insbesondere für qualifiziertes Personal geführt. Durch die Aufstockung des Beratungspersonals im Rahmen des Modellprojekts Ahlen sowie den organisatorischen Veränderungen der letzten Jahre sei außerdem die individuelle Betreuung von arbeitslosen Menschen verbessert worden. Lange Wartezeiten auf einen Termin oder volle Flure gehörten im Regelfall der Vergangenheit an, Förderungen wie die berufliche Weiterbildung könnten nun noch gezielter und vor allem früher auf den Weg gebracht werden.
Man habe jedoch auch erkannt, dass die Arbeitsagentur Frauen noch stärker als bisher unterstützen müsse. Insbesondere die Rückkehr in den Beruf nach der Kindererziehung bereite sonst oft Probleme, weil Kenntnisse veraltet sind oder aber die Berufspraxis fehlt.
Beipflichten kann dem Dagmar Arnkens-Homann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der
SPD: „Die für Arbeitsmarktpolitik Verantwortlichen müssen stets einen wachen Blick auf genau die Personengruppen werfen, die eine gezielte Hilfestellung benötigen. Und dazu gehören nach wie vor weibliche Erwerbslose“.
Norbert Bing, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ahlen und ebenfalls Mitglied der
Kreistagsfraktion, sieht einen solchen Schwerpunkt auch bei den Jugendlichen. Denn wenngleich sowohl Arbeits- als auch Ausbildungsmarkt im Laufe des vergangenen Jahres einen positiven Schub erfahren haben, gibt es noch immer viele Berufsstarter, die besonderer Unterstützung bedürfen.
„Die Welt der möglichen Hilfen für junge Menschen ist bunt“, erläutert Joachim Fahnemann.
Und fährt fort: „Eines steht aber fest: Je eher Jugendliche bei Ihrer Berufswahl unterstützt werden, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Hierbei sind kreative Ideen gefordert.“ Denkbar seien beispielsweise Projekte, die die Förderung eines Bildungsabschlusses und der Ausbildungsreife zum Ziel haben und damit bereits vor Beginn der Ausbildungsplatzsuche ansetzen.
Einig ist man sich darin, dass solche Projekte vor allem eines benötigen: Viele Partner auf
Kreisebene, die diese Sache gemeinsam anpacken. „Der Verein KGV („Keiner Geht Verloren“) zeigt bereits, dass so etwas möglich ist“, blickt der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft.
„Ein gutes Projekt benötigt immer verschiedene Sichtweisen, kontroverse Diskussionen und innovative Ideen. Das alles findet sich vor allem dann, wenn viele Partner im Rahmen eines
Netzwerkes zusammenarbeiten. Wir sind dazu bereit, Verantwortung zu übernehmen, die Agentur für Arbeit ist es auch. Und es ist damit zu rechnen, dass wir nicht allein bleiben“, übernimmt Reimund Juli das Schlusswort dieses Treffens, das in dieser Form nicht das letzte gewesen sein dürfte.