"Eine ganz tolle Arbeit, zu der wir die Jugendlichen und alle in dem Projekt Engagierten nur beglückwünschen können“. Mit diesen lobenden Worten beendete Dagmar Arnkens-Homann einen Besuch von Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion am neuen Jugendtreffpunkt der Aufsuchenden Jugendarbeit in Sendenhorst.
Im Gespräch mit Jugendlichen, die sich seit mehr als einem Jahr in dem Projekt engagieren, sowie mit der Vorsitzenden des Sendenhorster Ausschusses für Schule und Soziales, MdL Annette Watermann-Krass (SPD), und Vertretern des Jugendwerk Sendenhorst e.V. informierten sich die Kreistagsabgeordneten direkt vor Ort über das . . .
wegweisende und vielfach anerkannte Cliquenprojekt. „Wir werden uns bei der Beratung des neuen Kinder- und Jugendförderplanes des Kreises Warendorf für eine nachhaltige Unterstützung solcher wichtiger Projekte einsetzen“, kündigte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion dabei an.
Die Hintergründe und das Konzept der Aufsuchenden Jugendarbeit in Sendenhorst wurden den Gästen vom Ersten Beigeordneten Franz-Ludwig Blömker, der seit Jahren Vorstandsmitglied des Sendenhorster Jugendwerkes ist, erläutert. Nicht ohne die intensive fachliche Begleitung und auch die finanzielle Unterstützung des Projektes durch das Kreisjugendamt mit bisher 7.500 Euro zu nennen. Insgesamt wurden seit Sommer 2006 über 100.000 Euro für die Aufsuchende Jugendarbeit in Sendenhorst bereitgestellt. 62.500 Euro davon für die pädagogische Arbeit und 39.000 Euro für den Umbau von zwei ehemaligen Tennisplätzen zu einem neuen Jugendtreffpunkt, der auch zwei Streetsoccerplätze umfasst. Der größte Finanzierungsanteil kommt mit rund 46.000 Euro aus Zuschüssen des Landesjugendamtes und der LAG Streetwork/ Mobile Jugendarbeit NRW e.V. 21.000 Euro hat die Stadt Sendenhorst bisher bereitgestellt und auf 27.000 Euro sind nach Blömkers Informationen bereits die Sponsorengelder angewachsen, einschließlich eines Zuschusses der SG Sendenhorst für die Streetsoccerplätze.
Diese große Unterstützung, zu der noch viele Sachleistungen Sendenhorster Firmen und schon 1.700 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Jugendlichen und anderer Helferinnen und Helfern hinzukämen, sieht der Erste Beigeordnete in einer verbreiteten Einsicht in die Berechtigung und Notwendigkeit auch einer Jugendarbeit mit Cliquen und einem dafür überzeugenden inhaltlichen Konzept des Sendenhorster Jugendwerkes begründet, das Träger der Maßnahme ist. Zum Gesamtkonzept gehörten zum Beispiel auch ein Kompetenztraining und eine aktive Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf sowie die Stärkung der Konfliktfähigkeit der Jugendlichen in den Cliquen.
Diplom-Sozialpädagoge Daniel Bögge, der das Projekt des Jugendwerkes als Honorarkraft leitet, erläuterte den Mitgliedern der Kreistagsfraktion die Arbeitsweise in dem Projekt, das fachlich auch von der Fachhochschule Düsseldorf begleitet und evaluiert wird. Ausgangspunkt sei die Interessenlage der Cliquenjugendlichen, die erstmals im Sommer und Herbst 2006 mit Hilfe einer umfangreichen Befragung festgestellt worden sei und auf die die pädagogische Arbeit kontinuierlich ausgerichtet werde. Die Jugendlichen hätten sich im Laufe des Projektes immer wieder bereit gezeigt, auch selbst Verbindlichkeiten einzugehen und einzuhalten. So wüssten sie, dass am Treffpunkt immer nur dann weiter gearbeitet werde, wenn sie sich auch selbst zeitgleich engagierten. Die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen zu bekunden und auch selbst im politischen Raum zu vertreten sowie dafür Unterstützung zu finden, sei eine ganz wichtige neue Erfahrung der Jugendlichen gewesen. Dieser partizipatorische Ansatz werde fortgesetzt, eine neue Befragung der Jugendlichen auch zu ihrem Verhältnis zur Politik und zur Bereitschaft, sich selbst politisch oder jedenfalls für Jugendinteressen zu engagieren, sei in Vorbereitung. Dieses Teilprojekt werde auch die Offene Jugendarbeit und andere Jugendgruppen einbeziehen. Aber auch Kommunalpolitikerinnen und –politiker in Sendenhorst würden nach ihrem Verhältnis zur Jugendarbeit und zu Jugendinteressen befragt werden. Daraus könne ein ganz neues Verfahren der Jugendbeteiligung entstehen.
Übereinstimmend forderten die Landtagsabgeordnete, Erster Beigeordneter Blömker und Sozialpädagoge Bögge eine Fortsetzung und feste Verankerung der Aufsuchenden Jugendarbeit in Sendenhorst. „Das darf aber nicht auf Kosten anderer Jugendarbeit geschehen“, kritisierte Watermann-Krass zugleich die diesjährige Kürzung der Mittel für die Offene Jugendarbeit in Sendenhorst um 5.000 Euro durch die CDU-Mehrheit im Rat.