SPD-Kreistagsfraktion sieht sich durch Friedensnobelpreis und Deutschen Umweltpreis
in ihrem Bemühen um mehr Klimaschutz bestärkt
„Vielleicht kapieren die Kreistagsfraktionen von CDU und Grünen jetzt: Es geht nicht darum, sich mit Blick auf Klimaschutzaktivitäten der Vergangenheit selbstgefällig auf die Schultern zu klopfen. Im Interesse zukünftiger Generationen müssen wir weitere Initiativen entwickeln, um . . .
mit all unseren Kräften die Folgen des Klimawandels erträglich zu gestalten.“ – Mit diesen Worten reagierte SPD-Kreistags-Fraktionschef Reimund Juli auf die Entscheidung, dem Welt-Klimarat und dem Öko-Aktivisten und „grünen Gewissen der Welt“, Al Gore, den Friedensnobelpreis 2007 zu verleihen und bezog sich dabei auf die Kritik des Grünen Kreistagsfraktionschefs Müller, der die Aktivitäten der SPD Kreistagsfraktion zum Klimaschutz als Populismus kritisierte. Juli zitiert den Sprecher des Nobelkomitees: „Es ist höchste Zeit zu handeln, bevor der Klimawandel außer Kontrolle gerät. Anzeichen für Veränderungen im zukünftigen Klima der Erde müssen mit großem Ernst und dem Prinzip der Vorsorge in unserem Bewusstsein behandelt werden.“
Die Bedeutung des Themas für unsere Zukunft signalisiere auch ein zweiter Preis, der in diesem Jahr ganz im Zeichen des Klimaschutzes stehe. Mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, dem höchstdotierten Umweltpreis Europas, würden in diesen Tagen ebenfalls „Vordenker in Sachen Klimaschutz“ ausgezeichnet. Juli: „Es ist schon witzig, wenn ausgerechnet der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grünen im Kreis Warendorf uns Sozialdemokraten wegen unserer Klimaschutzaktivitäten Populismus vorwirft und wenn dann ausgerechnet der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Schellnhuber - dessen Mitarbeiter auf SPD-Einladung zu einem Vortrag im Kreis Warendorf war und dessen Ausführungen für unsere politischen Aktivitäten wesentlich waren, und mit der Heidelberg Oberbürgermeisterin Beate Weber, die exakt unsere Positionen vertritt, eine Sozialdemokratin ausgezeichnet werden.“
Friedensnobelpreis und Deutscher Umweltpreis signalisierten jedenfalls nachdrücklich, dass der Klimawandel ein reales Problem sei, das entschieden angegangen werden müsse. Es werfe ein beachtliches Bild auf die grüne Kreistagsfraktion Warendorf, wenn ausgerechnet der umweltpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Hans-Rüdiger Steiner, das globale Problem verniedliche und beschwichtige, den Klimawandel habe es doch schon immer gegeben – und dafür noch die Zustimmung des grünen Fraktionssprechers Müller durch freundliches Zunicken ernte, so Klaus-Werner Heger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion.
Vielleicht, so Juli, sei das aber auch ein grundsätzliches Problem der CDU im Kreis auch bei anderen Themen. Denn während sie in der Bildungspolitik zur Erhaltung der Hauptschulen – die von der Mehrheit der Eltern für ihre Kinder nicht mehr gewählt wird - mit Kampfparolen aus der sozialistischen Mottenkiste die Schlachten längst vergangener Zeiten schlage, hätten andere Kommunen im Münsterland ideologiefrei längst erkannt, dass die von der SPD favorisierte Gemeinschaftsschule nicht nur die nach allen einschlägigen Studien geforderte bessere Basis für eine gerechtere Bildung sei, sondern obendrein auch den Gestaltungsspielraum gerade der Kommunen deutlich und flexibel erhöhe.