Landwirte brauchen eine Perspektive

Bundespolitik

SPD-Abgeordnete im Gespräch mit Sendenhorster Landwirt: „Landwirte brauchen endlich eine Perspektive für die Zukunft“

Es herrscht Mittagsruhe auf dem Hof Niestert in Sendenhorst: Die Milchkühe entspannen auf ihren Liegeplätzen im luftigen Stall oder draußen auf der weitläufigen Wiese. Ein kurzes Zeitfenster der Ruhe, das Theo Niestert gern nutzt, um mit dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup und der Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass, sowie Wolfgang Janus, der die SPD im Sendenhorster Stadtrat vertritt, ins Gespräch zu kommen. Im Superwahljahr bestimmt derzeit der Kampf um die Schlagzeilen die Medien: „Wen soll man als Landwirt denn noch wählen?“, fragt Theo Niestert sich offen und ehrlich. Er und andere Landwirte fühlen sich von der Politik nicht nur allein gelassen, sondern auch als Spielball sämtlicher Gruppierungen missbraucht.

Gleichzeitig ist unweigerlich ein Strukturwandel in der Landwirtschaft erforderlich, nicht nur, um die Klimaziele zu erreichen. Doch das gehe nur mit den Landwirten gemeinsam, betont Annette Watermann-Krass, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft: „Es wird derzeit zu viel an und zu wenig in der Landwirtschaft verdient. Notwendige Stallumbauten für mehr Tierwohl können nur gemacht werden, wenn Landwirte mit ihren Produkten auch ein auskömmliches Einkommen haben. Hier im Münsterland gibt es noch viele kleine Betriebe, die unsere Kulturlandschaft besonders prägen. Auch diese Leistungen müssen honoriert werden.“

Die Abgeordnete setzt sich dafür ein, dass die Entlohnung der Arbeit im Stall und auf dem Acker zukünftig durch faire Preise erfolgt. Dazu muss es vor allem eine Änderung bei den EU-Mitteln für die nächste Förderperiode gehen. Niestert steht diesem Ziel in der Praxis noch skeptisch gegenüber: „Das sind immense Kosten, die getragen werden müssen. Den meisten Betrieben ist dies nicht möglich. Hinzu kommt, dass das Geld oftmals in der Bürokratie versickert.“ Auch das mache den Landwirten das Leben nicht leichter. Hier schaltet sich Bernhard Daldrup als baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag ein: „Hinsichtlich Bürokratie ist auch in Sachen Baugenehmigung noch eine Menge zu tun. Wir haben das Baugesetzbuch jetzt geändert, um das sogenannte Kastenstandsurteil umzusetzen, also mehr Platz für die Sauen und Schweine durch Stallerweiterungen ohne aufwändige Genehmigungsverfahren zu schaffen. Leider war mit unserem Koalitionspartner nicht mehr drin. Wir wollen weiter daran arbeiten, dass Ställe für mehr Tierwohl nicht nur geplant, sondern auch zügig und unkompliziert gebaut werden können.“ Eine Maßnahme, die ankommen würde, meint Theo Niestert, denn: „Die Änderungsbereitschaft in der konventionellen Landwirtschaft ist da. Wichtig ist nur, dass wir auch weiterhin von unseren Betrieben leben können.“

Eine gerechtere Landwirtschaft sei jedoch nicht nur vom Markt zu regeln, betont Watermann-Krass. Sie und Bernhard Daldrup sehen es als eine große politische Aufgabe an, dass Landwirte für ihren Gemeinwohlauftrag mehr Möglichkeiten und auch mehr Geld erhalten – um einen notwendigen Strukturwandel gemeinsam bewältigen zu können.

„Gespräche wie diese, können gar nicht oft genug geführt werden“, betont der Bundestagsabgeordnete als Resümee, „wir sind noch nicht am Ziel, aber so kommen wir einer gemeinsamen Lösung näher – im ständigen Austausch.“

 
 

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