2. v.l. Dr. Andreas Sprinz (Haus Walstedde), 2. v.r. Thomas Profazi (LWL)Die Fraktion hatte hierzu zwei Fachleute eingeladen; den Referatsleiter des LWL, Thomas Profazi aus Münster und Dr. Andreas Sprinz aus Drensteinfurt, den geschäftsführenden Gesellschafter des "Haus Walstedde", die sich beide um die Trägerschaft einer Tagesklinik im Kreis Warendorf beworben haben.
Zuständig für die stationäre Versorgung von jugendlichen Patienten aus dem Kreis Warendorf ist die Klinik für Jugendpsychiatrie in Hamm. Seit 2002 sind durch den Träger Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) weitere 15 stationäre Plätze bei der Hammer Klinik für Patienten aus dem Kreis beantragt, die trotz dingenden Bedarfs bisher vom Land NRW noch nicht bewilligt worden sind.
"Nicht nur in Bezug auf stationäre Einrichtungen sondern auch in Bezug auf die tagesklinische Versorgung ist der Kreis im Land NRW noch ein weißer Fleck", stellt die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass fest, die sich nachdrücklich für die Einrichtung von 15 tagesklinischen Plätzen im Kreis Warendorf einsetzt.
"Das Land hat hierfür ein Bewerbungsverfahren durchgeführt und wird nach Weihnachten entscheiden, wer den Zuschlag für den Kreis Warendorf bekommt", informierte Annette Watermann-Krass die Fraktion. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Versorgung sowohl im stationären als auch teilstationären Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie ungenügend ist. Die Wartezeiten sind unerträglich lang, so dass sich nach 6-12 Wochen oder länger ein Zustand bis zur Therapie verschlimmert und somit die Kosten für die Behandlung in die Höhe getrieben werden.
"Am wichtigsten ist die Prävention, so dass es erst gar nicht zu psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen und Kinder kommen kann", so das Fazit von Annette Mors, der sozialpolitischen Sprecherin der SPD. "Und Prävention ist die Aufgabe unserer Sozialpolitik im Kreis."
"Eine frühe Intervention der Jugendhilfe spart Millionen bei den stationären Therapien. Die Einrichtung von 12 Tagesklinikplätzen im Kreis Warendorf mit der Nähe zum Wohnort und zum häuslichen Umfeld ist die richtige Alternative", ergänzt die Fraktionsvorsitzende Dagmar Arnkens-Homann.
Die SPD-Fraktion begrüßt deshalb die Einrichtung einer kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik im Kreis Warendorf und erwartet von der Landesregierung, dass diese wie angekündigt im Mai die Arbeit aufnehmen wird.