SPD diskutiert über Ausbildungsbedingungen

Allgemein

Auf Einladung des SPD-Kreisverbandes wurde am vergangenen Montag über Ausbildungsbedingungen diskutiert. Der Bundesvorsitzende der Jusos Kevin Kühnert, die Bundesvorsitzende der ver.di Jugend Isabell Senff, der Landesjugendsekretär der NGG NRW Marcel Obermeier, der DGB-Jugendbildungsreferent Felix Eggersglüß sowie MdB Bernhard Daldrup machten unter dem Motto „Ausbildung – gemeinsam besser machen“ ihre Standpunkte deutlich.

„Wenn fast jeder Vierte seine Ausbildung abbricht – dann läuft etwas gehörig schief. Wir als SPD packen das an und werden bis 2020 ein neues Berufsbildungsgesetz umgesetzt haben und darin eine Mindestausbildungsvergütung verabschieden. Das ist nach Einführung des Mindestlohnes in 2015 nur der folgerichtige Schritt. Deswegen freut es mich heute im Dreiklang – Jusos, SPD und Gewerkschaften – zu diskutieren. Das machen wir erstmalig im neuen Format, wir wollen in verschiedenen Diskussionsrunden die Themen bearbeiten“, leitete Daldrup in die Veranstaltung ein, zu der rund 60 Interessierte aller Altersschichten gekommen waren.

Kühnert der zwar erstmalig zu Gast in Ahlen war, aber durch sein kommunalpolitisches Mandat in Berlin Tempelhof-Schöneberg – der Partnerstadt Ahlens – bereits einiges von der Stadt und ihrem Stadtfest gehört hatte, machte in seinem Eingangsstatement deutlich: „Mit der Novellierung wollen wir der dualen Ausbildung wieder ihren Stellenwert zurückgeben und die Attraktivität hochschrauben. Eine Ausbildung darf nicht länger weniger Wert als ein Studium sein. Darüber hinaus gehören unbezahlte betrieblich-schulische Ausbildungsberufe dringend bezahlt. Das werden wir mit einer Untergrenze – der Mindestausbildungsvergütung – sicherstellen. Dabei ist sie eben als Untergrenze zu verstehen, tarifliche Abschlüsse müssen dann darüber liegen. Es ist also eine Absicherung der Auszubildenden und kein Eingriff in die Tarifautonomie.“

Anschließend ging es in die Diskussionsforen. Unter Leitung von Marcel Obermeier und Felix Eggersglüß wurde das Thema Azubi-Ticket diskutiert. „Mit unserer Kampagne „Freifahrt #AzubiTicketJetzt wollen wir ein vom Land bezuschusstes Azubi-Ticket etablieren“, so Eggersglüß. Obermeier ergänzte: „Dabei soll es nicht verpflichtend für Auszubildende sein ein Ticket zu nutzen, ganz im Gegenteil zum Semester-Ticket für Studierende“. Das Diskussionsforum zur Berufsbildungsgesetz-Novelle und zur Mindestausbildungsvergütung wurde von Isabell Senff und Kevin Kühnert geleitet: „Die Erfahrungen der Auszubildenden in unserer Diskussionsrunde bekräftigen unsere Forderungen. Teilweise werden Höchstarbeitszeiten nicht eingehalten – da kann die Jugend- und Auszubildendenvertretung helfen, wenn es eine im Betrieb gibt. Auf jeden Fall sollte man sich in solchen Fällen an seine Gewerkschaft wenden“, so die ver.di Jugend-Vorsitzende Isabell Senff. Im dritten Forum wurden die Anforderungen an Politik und Gewerkschaft mit Bernhard Daldrup und Frederik Werning diskutiert. „Es ist nochmals deutlich geworden, dass insbesondere handwerkliche und soziale Ausbildungsberufe eine Aufwertung dringend nötig haben – das geht nicht nur mit der Ausbildungsvergütung. Wir müssen uns die Ausbildungsbedingungen und Aufstiegschancen nach der Ausbildung anschauen und verbessern. Hierzu ist der Dialog mit Ausbildern und Auszubildenden notwendig“, so Werning.

Das Fazit der Veranstaltung hat Daldrup schnell gefunden: „Das Thema Ausbildung bewegt. Bei knappen 33 Grad haben wir mit 60 Menschen angeregt diskutiert – und wir hätten noch weiteren Diskussionsstoff. Das Format hat überzeugt und wir werden das in der Form sicher wiederholen. Die Diskussionsergebnisse werde ich mit nach Berlin nehmen und dort in die politische Diskussion einbringen. Ein besonderer Dank gilt den weit angereisten Gästen.“

 

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